UniWitten

Zahnklinik reinigt Mundspiegel, Sonden und Co.

Kooperation für Keimfreiheit: Um die jungen Patienten vor ansteckenden Krankheiten zu schützen, müssen die Instrumente frei von Bakterien und Viren sein.

Jahr für Jahr machen die Zahnärzte und zahnmedizinischen Fachangestellten des Fachbereiche Soziales und Gesundheit der Kreisverwaltung Station in rund 250 Kindertagesstätten und Schulen und untersuchen dabei mehr als 14.000 Kinder und Jugendliche. Die Mitarbeiterinnen aus dem Schwelmer Kreishaus haben im Rahmen der Aktion jede Menge gebrauchte Untersuchungsinstrumente im Gepäck.
Mundspiegel und Sonden für den nächsten Einsatz rund um Schneide- und Backenzahn wieder fit zu bekommen, ist alles andere als einfach. Als Medizinprodukte müssen sie nach ganz besonderen Regeln und unter strengen Auflagen des Robert-Koch-Instituts hygienisch aufbereitet und sterilisiert werden. Um die jungen Patienten vor ansteckenden Krankheiten zu schützen, müssen die Instrumente frei von Bakterien und Viren sein. „Seit Anfang dieses Jahres“, erklärt Dr. Inka Goddon, Leiterin des jugendärztlichen Dienstes der Kreisverwaltung, „reinigt die Zahnklinik der Universität Witten/Herdecke unsere Geräte, verpackt sie steril und stellt sie uns quasi ‚porenfrei’ für die nächste Untersuchung wieder zur Verfügung.“

 

Zusammenarbeit für sterile Instrumente

Der entsprechende Vertrag, der zunächst bis zum 31. Dezember 2020 läuft, wurde jetzt vom Geschäftsführer der Zahnklinik, Dr. Frank Tolsdorf, und Landrat Olaf Schade unterschrieben. „Die Zusammenarbeit ist ebenso naheliegend wie sinnvoll und für beide Partner natürlich vorteilhaft“, so die Unterzeichnenden. Kurze Wege, das Nutzen von Vor-Ort-Kompetenz und zertifizierte Abläufe nennen sie als Pluspunkte der Kooperation für Keimfreiheit.
Sie funktioniert so: Die zahnärztlichen Instrumente werden zweimal in der Woche zur Zahnklinik nach Witten transportiert. „Pro Klasse oder Kita-Gruppe kommt jeweils eine Box mit 45 Instrumenten zum Einsatz. Wöchentlich transportieren wir derzeit sechs Boxen. Diese Zahl schwankt aber im Laufe des Jahres, je nachdem, an welchen Schulen und Kitas gerade untersucht wird“, skizziert Dr. Goddon die Menge. In der Zahnklinik angekommen, übernehmen die Hygieneprofis Mundspiegel und Co., und leiten für jedes zahnärztliche Instrument ein kontrolliertes und aufwendiges Verfahren ein. Zum Abschluss wird alles hygienisch einwandfrei und sicher verpackt.

 

„Das Aufbereiten und Sterilisieren von zahnärztlichen Instrumenten erfordert höchste Hygienestandards, die von kleinen Einrichtungen heute nicht mehr ohne Weiteres geleistet werden können. Als große universitäre zahnmedizinische Einrichtung mit Studienbetrieb ist das für uns allerdings tägliche Routine. Wir freuen uns, dass wir unserem Landkreis hier unter die Arme greifen können“, sagt Dr. Tolsdorf. „Anlieferung bedeutet für uns auch abholen“, erläutert Dr. Goddon. „Um unnötige Fahrten zu vermeiden, nehmen wir auf dem Rückweg stets gereinigte Instrumente wieder mit, verteilen sie auf die Standorte Gevelsberg, Schwelm und Witten.“

 

Zahnärztliche Untersuchungen in Tagesstätten und Schulen

Grundlage für die Untersuchungen sind in Nordrhein-Westfalen das Kinderbildungsgesetz und das Schulgesetz. Die Ergebnisse helfen unter anderem zu erkennen, wo Kinder verstärkt unterstützt werden müssen, um kariesfrei und zahngesund aufzuwachsen. Hierfür setzen die Akteure auf Gesundheitserziehung, Informationen und Zusammenarbeit mit den Eltern sowie auf gemeinsames Zähneputzen und zahngesundes Frühstücken. Mit „Kita mit Biss“ haben sie zudem vor gut vier Wochen ein weiteres Projekt gestartet.

 

Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis