Mitarbeiter schreibt was ans Whiteboard

Nur zufriedene Mitarbeiter leisten gute Arbeit Teil 2

Katja Effertz stellt Ihnen verschiedene Instrumente vor, welche Ihnen als Manager oder Praxisinhaber helfen werden ihre Mitarbeiter zu halten und aktiv in die Gestaltungsprozesse einzubeziehen. Machen Sie sich die Zusammenhänge zwischen Mitarbeiterzufriedenheit und Fluktuation, Patientenzufriedenheit sowie betriebswirtschaftlichem Erfolg bewusst.

Inhalt

Großer Wunsch nach Berufswechsel

Mitarbeiterbefragung nach der QM-Richtlinie: Wie zufrieden ist Ihr Team in der Zahnarztpraxis?

Inhalt und Sinn der Mitarbeiterbefragung

Fazit

Großer Wunsch nach Berufswechsel

Um die Zufriedenheit im Beruf zu ermitteln, wurden im Rahmen einer statistischen Umfrage die ZFAs erstmals gefragt, wie oft sie im Laufe der letzten 12 Monate daran gedacht haben, den Arbeitgeber oder den Beruf zu wechseln. Die Antwort zeigt ein hohes Maß an Unzufriedenheit: Mindestens einige Male im Monat haben demnach fast 37 Prozent der Teilnehmer daran gedacht, den Arbeitgeber zu wechseln und 36 Prozent ganz aus dem Beruf auszusteigen.

Dass diese Unzufriedenheit nicht erst im Berufsalltag wächst, deutet sich bereits in der Ausbildung an. Die Frage „Möchten Sie nach Ihrer Ausbildung in dem Beruf ZFA arbeiten?“ beantworteten anfänglich noch 61 Prozent mit „ja“, 8 Prozent sagten sicher „Nein“ und 31 Prozent klickten „Ich weiß nicht“ an. Dabei zeigte sich, dass die Ablehnung mit der Ausbildungsdauer steigt: Während kurz nach Ausbildungsstart nur 8 Prozent für sich keine Zukunft im Beruf ZFA sahen, waren es zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres bereits 16 Prozent und am Anfang des dritten Ausbildungsjahres 30 Prozent.

 

Berufswechsel
Wie viele ZFAs wollen im Beruf bleiben?

Mitarbeiterbefragung nach der QM-Richtlinie: Wie zufrieden ist Ihr Team in der Zahnarztpraxis?

Zufriedene Mitarbeiter sind wertvoll. So viel ist klar. Sie brauchen Fachkräfte, die nicht nur qualifiziert, sondern auch motiviert sind. Das gilt für kleine Praxen ebenso wie für Krankenhäuser. Deshalb gilt es, Ihre Mitarbeiter auch entsprechend wertzuschätzen. Wenn Sie wissen, was Ihre Angestellten denken oder welche Wünsche sie haben, können Sie besser darauf eingehen).

Pyramide nach Maslow
Bedürfnispyramide (Maslow), adaptiert auf Mitarbeiter-Engagement

Seit dem 9.12.2020 sind Mitarbeiterbefragungen nach der QM-Richtlinie verpflichtend. Der Gesetzgeber unterstützt Sie mittels dieser Pflicht dabei, sich um die Zufriedenheit des Personals zu kümmern. Dabei geht es darum, dass Sie möglichst anonym und regelmäßig die Stimmung in Ihrem Team einfangen. So können Sie besser auf Ihre Mitarbeiter eingehen. Sie können die Informationen aus der Befragung für Veränderungsmaßnahmen oder Weiterbildungen nutzen. Vergessen Sie aber bitte nicht, Ihr Personal mit einzubeziehen. Die Mitarbeiterbefragung nach der QM-Richtlinie ist keine lästige Pflicht, denn die Erkenntnisse, die Sie daraus ziehen, machen Sie und Ihre Zahnarztpraxis erfolgreicher.

Inhalt und Sinn der Mitarbeiterbefragung

Bei den Fragen geht es hauptsächlich um Mitarbeiterzufriedenheit, Arbeitsbelastung, Gesundheitsschutz und Ausstattung des Arbeitsplatzes. So bekommen Sie einen wertvollen Einblick in die Gedanken Ihrer Angestellten. Diese Informationen bleiben Ihnen normalerweise im Arbeitsalltag verborgen. Die Mitarbeiterzufriedenheit ist dabei die alles entscheidende Komponente. An der Zufriedenheit Ihres Personals erkennen Sie, wie stark sich Ihr Team der Zahnarztpraxis verbunden fühlt. Wenn sich die Mitarbeiter wertgeschätzt fühlen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie sich nicht abwerben lassen. Wertschätzung überträgt sich auf das Praxisklima und letztendlich auch auf die Patientenzufriedenheit. Wenn Ihre Patienten das Gefühl haben, in guten Händen zu sein, bleiben sie Ihrer Zahnarztpraxis treu und empfehlen sie weiter. Ergibt die Befragung nach der QM-Richtlinie, dass Ihre Mitarbeiter überwiegend unzufrieden sind, ist das ein Alarmsignal. Oft fehlen unzufriedenen Mitarbeitern klare Strukturen, eine offene Kommunikation oder Wertschätzung. Das spiegelt sich im Arbeitsklima wider. Das heißt, das Personal wird vermutlich oft wegen Krankheit fehlen oder nachlässiger arbeiten. Gehen Sie davon aus, dass bei Unzufriedenheit im Team langfristig auch die Mitarbeiterfluktuation steigt und die Umsatzergebnisse sinken. Das geht auch nicht an den Patienten vorbei.

Fazit

Loyale und kompetente Angestellte sind begehrt und werden von vielen Praxischefs umworben. Dennoch muss der Zahnarzt nicht passiv zusehen, wie deren Know-how und damit auch die Basis für seinen Erfolg zur Konkurrenz abwandern. Kommuniziert er von Anfang an offen mit seinem Team und zeigt seinen Mitarbeitern Perspektiven für eine wirtschaftliche und fachliche Weiterentwicklung auf, fördert er deren Zufriedenheit und stärkt die Bindung an seine Praxis.

Seien Sie gespannt auf den nächsten Artikel dieser Reihe. In diesem werden die wichtigsten Instrumente aufgezeigt, um die Praxis langfristig erfolgreich und krisensicher aufzustellen.

Hier geht es zu Teil 1
Hier geht es zu Teil 3