Wissen ist Trumpf - Mundhygiene der Patienten verbessern

Die Bedeutung der Plaquekontrolle für den Erhalt gesunder Mundverhältnisse ist bekannt. Die Zerstörung und Entfernung des Biofilms entlang des Gingivalsaumes sowie interdental ist wesentlich für die Vermeidung von Gingivitis, Parodontitis und Karies. Die folgenden Untersuchungen zeigen, welche Putzergebnisse realistisch von Patienten erwartet werden können, dass Patienten speziell in der Interdentalreinigung unterrichtet und dass Informationen und Vorgaben individualisiert und wiederholt werden müssen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Zahnputzanleitungen – bewirken sie einen Unterschied?

Kein Unterschied bei manuellen und verschiedenen Elektrozahnbürsten mit und ohne spezielle Anleitungen bei mundgesunden jungen Erwachsenen – Ergebnisse einer randomisierten klinischen Studie (1).
Die Studie wurde mit einer Gruppe mundgesunder junger Erwachsener durchgeführt. Das Ziel war herauszufinden, welchen Einfluss eine einzige Anleitung für die Gruppen mit oszillierend-rotierenden Elektrozahnbürsten, schallaktiven Elektrozahnbürsten oder manuellen Zahnbürsten auf das Putzergebnis hat. Gemessene Parameter waren die Reduktion von Plaque und gingivaler Entzündung.

Eine Hälfte der Teilnehmer jeder Zahnbürstengruppe erhielt eine einzige Anweisung, wie das Hilfsmittel zu benutzen ist, während die andere Hälfte keine Instruktionen erhielt. Die Gruppen mit Elektrozahnbürsten wurden entsprechend der Herstellerempfehlungen instruiert, in der Gruppe mit Handzahnbürsten wurde die Fones-Technik instruiert. Alle Teilnehmer wurden angewiesen, zweimal täglich für 2-3 Minuten zu putzen und keine weiteren Mundhygienehilfsmittel zu benutzen. Alle benutzten die gleiche Zahnpasta.

Nach der 12-wöchigen Testphase zeigten die Ergebnisse, dass weder der Zahnbürstentyp noch die zahnbürstenspezifische Anleitung einen Einfluss auf die Plaqueentfernung oder die gingivale Entzündung hatten.

Einmalige Putzinstruktionen dürften bei mundgesunden jungen Erwachsenen annähernd der Realität in der täglichen Praxis entsprechen. Entsprechend der Untersuchung tragen sie jedoch, unabhängig von der Art der verwendeten Zahnbürsten, nicht zur Effektivität des Zähneputzens bei.

 

Kenntnisse beeinflussen die Putzqualität

Obergrenzen des Erreichbaren für Patienten: Sauberkeit bei Dentalprofis nach selbst durchgeführter manueller Mundhygiene (2). Was kann von Patienten erwartet werden, wenn es um ihre Mundhygiene geht? Um herauszufinden, was als Obergrenze gelten kann, wurde in dieser Studie die Sauberkeit der Zähne von Dentalprofis ermittelt. 127 Teilnehmer, Universitätszahnärzte, Zahnmedizinstudierende und zahnmedizinische Assistenzen wurden in die Studie eingeschlossen.

Vor dem Zähneputzen wurde eine Untersuchung durchgeführt, einschließlich Zahnstatus, PBI, Taschentiefen, marginalem Plaqueindex und Mundhygieneindex. Die Teilnehmer wurden anschließend gebeten, ihre Zähne mittels manueller Hilfsmittel bestmöglich zu reinigen. Zur Verfügung gestellt wurden Handzahnbürsten, verschiedene Zahnpasten und unterschiedliche Hilfsmittel zur Interdentalreinigung.

Anschließend wurde die Plaque erneut bestimmt. Über 95 % der Teilnehmer erreichten eine Sauberkeit am Gingivalsaum von 70 % oder mehr. 50 % erreichten in diesen Bereichen eine Reinigung von über 94 %. Die dafür benötigte Zeit variierte zwischen drei und 20 Minuten, da Zeitbegrenzungen nicht vorgegeben waren.

Die Autoren schlussfolgern, dass die erreichten Putzergebnisse als sehr hoch bewertet werden können, insbesondere im Vergleich zu Untersuchungen mit Laien, wo selten marginale Plaqueindizes unter 50 % erreicht werden. Weiter wird zusammengefasst, dass ein zu 95 % sauberer Marginalsaum für unsere Patienten die Obergrenze des Erreichbaren ist, aber wahrscheinlich 70 % realistischer sind.

Als Hauptgrund für die unterschiedliche Plaquekontrolle bei Profis und Laien werden die Kenntnisse auf diesem Gebiet gesehen, was darauf hindeutet, dass die Vermittlung relevanten Wissens eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung der Mundgesundheit bei Patienten ist.

 

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Andauernder Fokus auf die Interdentalreinigung ist wichtig

Die Studie „Mundgesundheitsverhalten und Mundhygiene von Dentalprofis und Laien“ (3), durchgeführt in Niedersachsen, untersucht die Verwendung von Zahnbürsten, Zahnputzgewohnheiten und Kaufkriterien in einer Gruppe von Dentalprofis und einer Laiengruppe. Die Ergebnisse basieren auf der Beantwortung eines Fragebogens.

93 % der Fachleute gaben an, manuelle Zahnbürsten zu benutzen, während es bei den Laien 89 % waren. Weiche Borsten sind bei den Fachleuten verbreiteter, jedoch dominierten insgesamt in beiden Gruppen Medium-Bürsten. Bezüglich des Bürstenprofils hatte keine der Gruppen eine vorherrschende Meinung. Dentalprofis bevorzugten häufiger Kurzkopfbürsten als Laien.

Die Verbreitung von Elektrozahnbürsten lag bei 57 % bei den Fachleuten und 37 % in der Laiengruppe. Dentalprofis putzen ihre Zähne länger und die Nutzung von Hilfsmitteln zur Interdentalreinigung, Zahnseide und Interdentalbürsten, erfolgte statistisch häufiger. Bei den Laien nutzen 38 % Zahnseide und nur 5 % Interdentalbürsten. Beide Gruppen kaufen ihre Mundhygieneprodukte bevorzugt in Supermärkten und Drogerien.

Die Autoren schlussfolgern daher, dass es im Untersuchungsgebiet Unterschiede zwischen Zahnmedizinern und Laien gibt. Hilfsmittel zur Interdentalreinigung werden von Laien nur in geringem Umfang genutzt. Diese Tatsache nehmen die Autoren zum Anlass, die Bedeutung der fokussierten Instruktion und Motivierung zur Interdentalreinigung im Rahmen der häuslichen Mundhygiene zu betonen.

Quelle: TePe